2008/10 Törn Mallorca - Gran Canaria 1350 sm.

Gebucht über:
ARGOS Yachtharter GmbH
Storchenallee 5
D-65201 Wiesbaden

Oceanis 43 (Bj. 08) der Fa. VIVA-Yachtcharter, Mallorca

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Erster Kontakt mit dem Charteragenten

Wir planten einen etwas längeren Törn und was liegt da näher, als eine Überführung?
Wir, das sind Georg, Hubert, Klaus und ich, Alfred
Also habe ich ein wenig rumgesucht und für 2008 etwas scheinbar Passendes gefunden.
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Eine Oceanis 43, Bj. 2008 soll von Mallorca nach Gran Canaria.
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Erster Kontakt mit der Charteragentur ARGOS in Wiesbaden.
Wer auf deren Internetseite schaut, wird über einige Reihe ehrenwerter Grundsätze stolpern.
Einer davon lautet:
Das persönliche Bordbuch für den Skipper. In diesem finden Sie alles Wissenswerte über die technischen Raffinessen Ihrer Yacht - von der Bilgenpumpe bis zum Kühlschrank - und natürlich auch Hafenpläne, Küstenbeschreibungen, Infos über Land und Leute sowie die Adressen und Telefon-Nummern unserer Stützpunkte. Wer das von ARGOS herausgegebene "Persönliche Bordbuch für den Skipper" vor Törnbeginn in aller Ruhe zu Hause studiert, kommt entspannt - weil gut vorbereitet - an Bord.

 

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Das persönliche Bordbuch

Mit den Charterunterlagen kommt dann auch das angepriesene "Bordbuch".
Ich habe das "Bordbuch" natürlich sofort überflogen. Stand auch eine Menge drin. Leider so gut wie nichts, was zu unserem Überführungstörn gepaßt hätte.
Auf Anfrage erklärte mir ein Mitarbeiter, natürlich handelt es sich um ein "Pauschalwerk" und war damit zu 95% unbrauchbar.
Brauche sicher auch nicht zu betonen, daß das zu überführende Schiff in den Unterlagen gar nicht erst auftauchte.

Also, wenn ich das nächste Mal irgendwo auf der Welt segeln gehe, werde ich mir ein Bordbuch von Argos-Yachtcharter besorgen.
Da steht dann alles drin, was ich nicht brauche.

 

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Ein weiteres tolles Werbeversprechen

Törn-Planung in der ARGOS-Zentrale
Dort, im ersten Stock, plant und denkt das ARGOS-Team von morgens 9 bis abends 19 Uhr - und wenn es sein muß, auch bis spät in die Nacht - damit Ihr Törn rundum gelingt.

Bereits bei den Vorbereitungen mußte ich feststellen, daß ich seitens der ARGOS-Mitarbeiter nur sehr wenig Unterstützung erfuhr. Was immer ich anfragte mündet in der Antwort, ich möge das "vor Ort" klären. So etwa die zusätzlich Besegelung (Sturmfock, Trysegel) oder eine Einkaufs- oder Ausrüstungsliste. Mein persönliches Vorsprechen in Wiesbaden half da genausowenig wie eine zusätzliche schriftliche Anfrage.
Rückflugtickets waren nur deshalb rechtzeitig bei mir, weil ich die zuständige Mitarbeiterin Fr. K. darauf aufmerksam machte, daß wir die vor der Abreise nach Mallorca benötigen. Wie sollten wir sonst an diese kommen?

Heute frage ich mich, was die da nachts treiben? Arbeiten kann es eigentlich nicht sein.

 

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Datum:08.11.2008 12:00 Uhr

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Anreisetag und Verproviantierung

Am Rhein-Main-Flughafen lange Diskussionen wegen Übergewicht.
Klar, 20 kg stehen uns nur zu, aber wem reicht das für 3 Wochen segeln.
Vergessen wir die Kosten für das Übergewicht, währe schön gewesen wenn man Sportgepäck angemeldet hätte. Von einer erfahrene Agentur hatte ich erwarte daß so was wie selbstverständlich mitgemacht wird.

Bei der Ankunft in Mallorca regnet es kräftig und unser Gepäck steht während das Flugzeug ausgeladen wird im Freien.
Klaus hat einen dicken Hals (wörtlich).
Wir fahren mit zwei Taxen zum Hafen.

Dort angekommen finden wir den Steg von VIVA-Yachtcharter. Weit und Breit keine Sanitäreanlage. Das Schiff noch nicht fertig (warum hatten die im voraus nach unserer Ankunftszeit gefragt?). Wir könnten ja dann die Bordeinrichtungen nutzen. Was aber tun bis die Techniker fertig sind?
Bekomme einen Handzettel "Der Check-In Vorgang" …… Bitte betreten sie das Schiff nicht vorher.

Da die Supermärkte sind Sonntags geschlossen, also Gepäck auf dem Steg zwischengelagert. Wir hoffen daß nichts wegkommt. Mit der gesamten Crew schnell in den nächsten Supermarkt.
Zum Glück liefert uns der Markt später alles direkt ans Boot. Wie sich sehr schnell herausstellt haben wir viel zu viel eingekauft.
Bei unserer Rückkehr nach ca. 2,5 Stunden ist dann das Boot auch fertig und wir können an Bord.
Beim wegstauen fällt dann auf, das nur sehr wenig geeigneter Stauraum vorhanden ist, vieles auf diesem Schiff ist nur Schnickschnack. Kein Schapp ist richtig dicht, irgendwo ist immer ein Schlitz oder Loch in dem was verschwindet, verchromte "Reling" im Salon sehen gut aus verhindern aber nicht das bei Lage alles aus den Regalen fällt weil nicht durchgehend geschlossen. Kein Tisch mit brauchbaren Schlingerleisten, dafür aber eine ganz tolle "Nachttischlampe" für die gemütlichen Stunden im Hafen.

Nun, das fängt ja gut an.

 

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Datum: 09.11.2008

Lat: 39° 33,5' N

Lon: 002° 38,0' E

Schiffsübernahme und klarmachen zum Auslaufen.

Ein Mitarbeiter drückt mir eine Ausrüstungsliste der "ENNA" in die Hand, ich möge die Vollständigkeit prüfen.
Was ich vorfinde ist für einen rund 1500 sm Törn äußerst dürftig, bis hin zu fahrlässig.
Abgesehen von Besteck, Teller und Tassen (für 10 Pers.) ist alles gerade mal in der Minimalausführung vorhanden.

  1. Nicht eine Leine über das unbedingt notwendig hinaus, nicht ein Bändsel, Ersatzlampen bereits im Werkzeugkasten defekt,
  2. Ersatz - Impeller bereits benutzt, dto. Keilriemen.
  3. Teile wie Bimini (ca. 20 Löcher im Stoff), Fallen, Schoten, Segel, Schlauchboot, Polster und Kochgeschirr haben offensichtlich mehr als eine Segelsaison hinter sich.
  4. Werkzeugkoffer zwar neu, der Inhalt aber eher für einen Feinmechaniker geeignet. Was bitte soll ich mit Uhrmacher-Schraubendrehen und Inbusschlüssel 1 bis 6 mm?
  5. Leesegel Fehlanzeige.
  6. Feststeller für Steuerräder nicht vorhanden.
  7. Seekarten?
    An Bord befanden sich einige Papiere die noch vor ca. 4-5 Jahren diesen Namen verdient hatten. Auf einigen waren sogar noch Notizen, teilweise mit Kuli (könnten aus der Zeit um Christoph Kolumbus stammen). Selbst ein Exemplar in Form einer Fotokopie fehlte nicht. Eine weitere so zurechtgeschnitten, oben und unten fehlen die "Längen". Das könnte gut eine "Ex-Reklame-Seekarte" gewesen sein.
  8. Das Hafen-Handbuch zur Reise hat sicher noch vor 10 Jahren gute Informationen geliefert.
  9. Klar, auch die hinterlegten Karten im GPS waren total veraltert.
  10. Großfall mit einem Hausfrauenknoten hinter der Klemme gegen nachrutschen "gesichert"
  11. Zusätzlich Ausrüstungsteile gibt es nicht. "Wir haben Anweisung alle nicht unbedingt erforderlichen Teile von Bord zu nehmen" bekomme ich gesagt. Weder wie hoch der Treibstoffverbrauch des Schiffes ist, noch wo genau wir das Schiff abgeben sollen kann man uns sagen. Aber man weiß, das es ja "nur eine Marina" in Las Palmas gibt.

Dafür legt der Mitarbeiter mir aber einen neuen Chartervertrag zur Unterschrift vor.
"§1    .........während der Überführung ist es nicht gestattet (außer im Falle höherer Gewalt oder im Notfall) marokkanische Häfen, oder andere spanische Häfen anzulaufen".

Toll, nicht? Hätte ich bereits vor Vertragsabschluß mit Argos-Yachtcharter wissen sollen, was aber mache ich jetzt?
Mal sehen, was so an technischen Problemen noch hinzukommt.

Bin ernsthaft an Überlegen, ob ich es unter diesen Umständen verantworten kann loszufahren. Vertraue aber dann doch auf meine eigenen Vorbereitungen. Was soll man auch machen? Als Kunde bist du in solchen Situationen immer der Dumme.

Wir laufen trotzdem am Nachmittag aus. Gegen 15:00 Uhr geht's ab Richtung Formentera. Kein Wind also unter Motor. Ab 2400 Uhr Schicht. Reihenfolge Klaus, Hubi, Georg, Alfred je 2 Stunden. Solange das Wetter mitspielt und wir unter Motor laufen wollen wir das auch so belassen. Das erste was ausfällt ist der Autopilot. Ausgerechnet. Heißt das doch, es muß immer einer am Ruder sitzen. Das macht Laune. Verbesserte(?) sich zwar im Laufe der Tage aber unbeaufsichtigt konnte man das Ding zu keiner Zeit lassen. Daß die Logge nur Mist anzeigt überrascht nicht mehr so richtig. Wie sagte man uns doch, ihr habt ja GPS an Bord. Hoffentlich geht der Tiefenmesser wenigstens richtig.

 

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Datum: 10.11.2008

Lat: 38° 38,8' N

Lon:  001° 14,5' E

Überfahrt nach Formentera

In der Nacht kein Schiffsverkehr.
"Vertragswidrig" zum Nachtanken (34 ltr.) kurz in Formentera, Marina Sabina angelegt. Jetzt können wir den Verbrauch kalkulieren. Kleine Menge Kühlwasser im Motorraum. Leck nicht zu finden.
Panne der Nacht: Hubi rutscht aus und war leider (oder Gott sei Dank) mit dem Stb.-Strecktau verbunden.
Ergebnis: Strecktau gerissen. Gut daß wir das Ding nicht im Ernstfall gebraucht haben.
Am Rande angemerkt: Beide Stecktauen waren mit Preisschildern in Peseten ausgezeichnet.
Am Vormittag begleiten uns Delphine ein Stück. Der für Nachmittag vorhergesagte Wind bleibt aus. Gegen Abend sinkt die Temperatur deutlich und wir sitzen im Ölzeug an Deck.

 

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Datum: 11.11.2008

Lat: 37° 28,0' N

Lon: 000° 51,0 W

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Nachts kaum Schiffe, morgens gegen 08:00 Uhr Nebel, dann um 09:00 endlich Wind aber nur für eine Stunde, Schorsch macht sich daran das Gehackte zu verarbeiten, die Frikadellen sind um 1200 Uhr allen willkommen.
Um 14.30 Uhr erneut Segel gesetzt. Stellen bei der Gelegenheit fest, das die Windex total verbogen ist und sich der Pfeil kaum bewegen kann. Warum auch. Währe schließlich nur eines der wenigen Dinge die problemlos funktionieren.
Wir segeln nun seit etwa 8 Stunden. Der Unterliekstrecker muß permanent auf einer Winsch belegt bleiben, die Klemme hält die abgenutzte Leine nicht richtig. Völlig Hirnrissig ist es, daß Reffleine und Unterliekstrecker des Groß auf eine Winsch geführt sind, die Genuareffleine ohne passende Winsch, muß jedesmal quer durch die Pflicht gespannt werde, wenn auf Bb.-Bug gesegelt wird und die paar gesparter Euro für Leinenverstellbare Holepunkte sind auch nicht ganz verständlich.
Erschweren diese Punkte doch jegliches Segelmanöver erheblich.

In der Nacht fallen plötzlich alle Instrumente aus (Radar, GPS, Positionslaternen, Kompaßbeleuchtung, Logge), die Batteriespannung ist auf unter 11,2 V abgefallen ist. Bei einer angeblich 8 Monate alten Batterie dürfte das eigentlich nicht vorkommen. Ab sofort muß beim segeln immer der Motor mitlaufen.
Am Morgen geht eine der Kabinentüren nicht mehr zu schließen. Scheinbar ist der Rumpf so "flexibel" das sich das auf den Innenausbau überträgt. Hubi biegt das Scharnier mit einer Wasserpumpenzange zurecht. Sie läßt sich danach wieder schließen.
Der Wind reicht für ca. 4 kn FdW in die nicht ganz richtige Richtung. Besser als nicht.
Ab 20:00 nimmt der Wind etwas zu. Hält aber nicht lange vor, bis er wieder einschläft. Deshalb mit dem Blechsegel weiter.

 

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Datum: 12.11.2008

Lat:     00° 00,0’ N

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Wind aus SW ab ca. 16:00 Uhr 5 Bft. ansteigend bis er gegen 21:00 Uhr 7 Bft. im Mittel erreicht. Segel reffen und Wellen bis ca. 4m aussteuern. Bleibe deshalb die halbe Nacht mit Georg an Deck, bis der Wind etwas nachläßt. Irgendwann reist die kleine Sitzbank aus dem Boden im Salon. Die Befestigung scheint französische Wertarbeit zu sein. Hubi wird es zuviel und er kündigt an, uns in Gibraltar zu verlassen. Klaus und Hubi verabschieden sich in die Koje. Nach Mitternacht empfangen wir eine Dringlichkeitsmeldung. Hat doch glatt einer ein Besatzungsmitglied verloren und es nicht gleich gemerkt. Verlustmeldung: auf Höhe 36° 35' N und zwischen 003° und 004° W. "All ships are requested to keep sharp outlook". Können leider nicht helfen, wir sind viel zu weit weg und beim dem Wetter dauert es gegenan viel zu lange. Am Morgen verkündet Schorsch mit dem Rauchen aufzuhören und steckt seine letzte (?) an. Wenn er das durchhält hat sich der Trip schon gelohnt. Am dritten Tag war die erste Gasflasche leer. War demnach bei der Übergabe wohl nicht ganz voll. Die zweite hält dafür aber den Rest des Törns. Wir haben später dummerweise Ersatz gekauft. In den Tagen bis Gibraltar haben wir fast nur mit Wind und Meer zu tun. Das ist aber gewollt und somit geht das auch in Ordnung. Fast, denn wie selbstverständlich verabschiedet sich in der Nacht eine der senkrechten Segellatten. Angemerkt werden muß hier auch, das es während des gesamten Törns Problemen beim bergen als auch beim setzten des Groß gab. Das Ding geht weder gescheit rein noch gescheit raus. Vor der Übergabe hatte schon mal jemand einen Knoten in das Großfall gemacht, um das durchrutschen des Falls in der Klemme zu verhindern. War nicht ganz einfach, den Knoten zu lösen und das Fall maximal durchzusetzen. Half aber auch wenig.

 

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Datum: 13.11.2008

Lat:     00° 00,0’ N

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Bis gegen 11:00 Uhr hören wir noch die gleiche Dringlichkeitsmeldung wie letzter Nacht. Haben ihn demnach noch nicht gefunden. Bei uns geht es seit einigen Stunden prima unter Segel in Richtung unseres Zieles. Pünktlich, zwei Stunden vor HW sind wir kurz vor Gibraltar. Der Wind ist weg und Vollast schafft gerade noch 2,8 kn. Es ist deshalb bereits dunkel, als wir feststellen, daß wir auf nur noch auf 3,4 m Wassertiefe sind und tasten uns ganz langsam vorwärts. Scheint eine recht große und seichte Stelle zu sein, können aber keine Hinweise in den Seekarten entdecken. Sollte laut vorhandener Seekarten müssten hier um 80 m Wassertiefe sein. Gutgegangen, aber irgendwas ist da faul. Wie kommen auch deshalb leider erst spät in Gibraltar an. Die Marina ist schon geschlossen. Ab in die Ankerbucht auf den anderen Seite der Rollbahn. Haben trotzdem gut geschlafen.

 

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Datum: 14.11.2008

Lat:     00° 00,0’ N

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Beim Anker auf haben wir eine Kette mit Stahlseil gefangen. Problem ist aber innerhalb von 10 min gelöst. Sind erst zum Tanken (134 ltr.) gefahren und haben dann mit etwas Glück noch einen Liegeplatz in der Marina Bay Marina bekommen. Im Marinabüro einklariert. Einreiseformalitäten problemlos und schnell erledigt. Schiff aufklaren. Einkaufen was so an Getränken etc. bereits fehlt. Hubi überredet. Er bleibt. Städtchen gucken. Klaus und Alfred fahren mit der Seilbahn auf den Berg. Klar, wir verpassen die letzte Gondel ins Tal. Haben nicht daran gedacht, daß hier die gleiche Zeit ist wie zuhause und deshalb eine Stunde daneben geplant. Dumm gelaufen. Wir rufen Schorsch an und lassen uns von einem Taxi abholen.

 

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Datum: 15.11.2008

Lat:     00° 00,0’ N

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Wir legen um 08:00 Uhr in der Marina ab. Pünktlich 4 Std. nach HW. Als währe es extra für uns gemacht. Kräftiger Ostwind schiebt. uns mit bis zu 11,5 kn FüG durch die Meerenge. Ging leichter und schneller als gefürchtet. Etwas unangenehm sind die 4 bis 5 m hohen Wellen. Wegen dieser Welle schere ich mich nicht um das VTG und steuere unter Beachtung des durchgehenden Verkehres diagonal durch die Straße. Die Wellen lassen deutlich nach, als wir die Länge von Tanger erreicht haben. Der Nord-Ostwind bleibt uns die ganze Nacht treu. Mit 20 bis 25 kn raumem Wind sind wir deutlich schneller als geplant. Am Morgen stelle ich bei der Motorinspektion fest, das sich die Kühlwasserschläuche im Motorraum von ihren Befestigungen getrennt hatten. Konnte dies nur notdürftig reparieren, da die abgefallenen Schrauben nicht zu finden sind und beim Werkzeug gibt es natürlich auch keinen Ersatz. Etwas Kühlwasser im Motorraum. Auch heute finde ich kein Leck. Frage mich, ob das ein Notfall ist, um einen marokkanischen Hafen anzulaufen und benötigte Schrauben zu beschaffen?
Ist mir aber auch egal.

 

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Datum: 16.11.2008

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Mohamedia

Erreichen gegen 14:00 die Marina von Mohamedia. Erfreulicherweis fast einen Tag früher. Sehr freundlichen Empfang aber leider nur noch ein Liegeplatz außerhalb am Kopfende fest an einem anderen Boot. Hafenmeister, ein laufender Meter hilft und versorgt uns mit den notwendigen Informationen während wir die Einreise- und Zollformalitäten erledigen. Dreimal das gleich. Vorgefertigte Crewliste wird abgemahlt. Aber freundlich sind sie alle. Gegen 15:40 Uhr ist auch das erledigt. Wir müssen später dann nur noch unsere Pässe mit dem Einreisestempel abholen. Hat uns 5 Dosen Cola gekostet. Duschen, erste Einkäufe.

 

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Datum: 17.11.2008

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Casablanca

Schiff am Steg verholt. Zwei Liegeplätze weiter ist einer raus und wir gehen auf dessen Platz. Vormittags mit dem Zug nach Casablanca. Stretch-Limo gemietet und gut zwei Stunden Stadtrundfahrt. Alles was der Fahrer für wichtig hält. Moschee Hassan II. : Muß man gesehen haben Saudi-Arabisches Konsulat mit Moschee. Durch den Speckgürtel, Villen gucken. Straße der Pferdehändler Sucks, Gericht usw. Polizeipräfektur: Hubi hat uns kurzerhand zu Kommissaren hc. befördert und dann hatten wir freien Eintritt. Die Wachen waren von ihren Deutschen Kollegen sehr angetan. Kleines Trinkgeld für den Wachposten (Polizeischüler) am Eingang. Anschließend fein Essen und zu Fuß Richtung Hafen. Wir wollen doch noch in Rick's Cafe. Der macht aber erst um 19:30 auf, also noch ne Runde durch die Straße der Second-Hand-Schreiner und Fahrradschlosser(!) oder was da sonst noch alles zu erwerben/reparieren war. Dann noch 15 min. warten bis wir bei Rick reinkönnen. Schick aufgemacht und mehr Personal als Gäste. Habe mir die Speisenkarte nicht angeschaut, Drinks waren teuer genug. Muß man nicht wiederholen Sind um 21:00 müde, suchen uns ein Taxi und lassen uns nach Mohamedia zurückbringen. Noch ein Absacker und dann in die Kiste.

 

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Datum: 18.11.2008

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Fertigmachen für die nächste Etappe. Georg muß noch einen Eimer besorgen. Den Schiffseigenen hat er gestern versenkt. Wir brauche auch noch Brot, Wasser nachgefüllt, holen unsere Schiffspapier und den Ausreisestempel, bezahlen den laufenden Meter für Liegeplatz, Strom und Wasser. Um 11:45 machen wir die Leinen los. Nächster Halt Agadir. Fast 300 sm. Weder die vorhergesagte Windstärke noch die Richtung treffen zu. 6 - 8 kn auf die Nase sind uns zu wenig zum segeln. Motoren deshalb mit ca. 5,5 kn in großem Abstand (18-20 sm) zur Küste in Richtung Agadir. Gegen Mittag kommen zwei Fischer mit ihrem Boot und wollen Zigaretten, Haben aber mit Hubi nur einen Pfeifenraucher an Bord und das wollen die nicht. Nachmittags immer noch kein Wind zum segeln aber massenweise Delphine die uns neugierig besuchen.

 

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Datum: 19.11.2008

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10:20 Georg hat wieder was gefangen: Leine eines Fischers. Kostet ihn den Köder weil wir sie nicht mehr losbekommen. Während der Überfahrt sonst keinerlei Ereignis.

 

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Datum: 20.11.2008

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13:45 in Agadir (neue Marina) angekommen. Als erstes vollgetankt (110 ltr). Sehr schöne und noch nicht ganz fertige Anlage mit etwa 230 bis 250 Liegeplätzen. Zoll, Polizei und Einreisebehörde kommen an Bord. Gleicher Prozedere wie in Mohamedia. Alles wird wieder abgemalt, diesmal aber zusätzlich noch Familienstand und Zahl der Kinder. Sanitäranlagen haben aber schon ihre besten Zeiten hinter sich. Kleiner Nachmittagssnack, dafür hat keiner Hunger für Abendessen. Gezapftes Bier in der Kneipe direkt am Steg.

 

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Datum: 21.11.2008

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Etwas länger geschlafen. Frühstück. Entschieden welches unser nächstes Ziel ist. Rein Schiff. Hubi und Klaus auf "Inspektionsgang". Maschine überprüft und festgestellt, das die Kühlwasserschläuche wieder lose sind. Müssen neue Schrauben besorgen. Gelegenheit genutzt und gleich eingekauft (Brot, Käse, Fusel). Verbunden mit einer kleine Stadtrundfahrt. Der Fahrer scheint sich zu schämen, als er 160 Dirham verlangt. Gebe ihm 200. Als wir die Pässe holen wollen, sagt man uns das die erst morgen um 08:00 Uhr fertig sind, ebenso die Schiffspapiere.

 

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Datum: 22.11.2008

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08:30 Pässe und Schiffspapiere sind natürlich nicht fertig. Sie wollen uns die Papiere gleich vorbei bringen. Gleich sind in dem Fall dann 2 Stunden. Dafür gibt's natürlich auch kein Bakschisch. Die Jungs sind stinkig also sollen wir noch auf eine Kontrolle des Schiffes warten. Da wird dann das Boot von zwei Mann "zerlegt". Dauert dann auch noch mal knapp eine Stunde. Dann merken sie scheinbar, das sie noch lange suchen können ohne das es was gibt. Da schlägt dann die Faulheit zu und sie ziehen mißmutig ab.

 

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Datum: 23.11.2008

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Überfahrt Agadir - Lanzarote

In der Nacht vor dem erreichen von Lanzarote (Ich weiß, spanischer Hafen) reißt beim Segelmanöver die Umlenkrolle der Großreffanlage aus ihrer Vernietung am Baum. Zum Glück war nur sehr wenig Groß draußen, nichts ging mehr, weder vor noch zurück.

 

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Datum: 24.11.2008

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Gegen 0400 Uhr in der Marina Rubicon am Empfangssteg längsseits festgemacht. Zwei Marineros helfen trotz der frühen Stunde. Lassen die Überfahrt mit einigen Bier ausklingen und legen uns dann schlafen. Aufstehen ca. 09.30 Uhr Papierkram in der Rezeption erledigt. Frühstück ohne schaukeln. Bei Licht ist dann zu sehen, das die Umlenkrolle statt mit zwei, nur mit einer Popniete befestigt war und sich im Mastfuß verklemmt hat. Nach einigem hin und her, gezerrt und geklopft und der Hilfe eines Mechanikers befördern wir die Rolle an ihren angestammten Platz und nieten sie, diesmal mit zwei Nieten fest (Popnieten meine ich, die richtigen Nieten sitzen offensichtlich in der Bauwerft). 5.00 € Trinkgeld und 3,95 € für die Nieten bezahlt. Schiff auf einen neuen Liegeplatz verholt. Kräftiger Seitenwind. Ich versaue das Anlegemanöver aber so was von total. Duschen und aufklaren.

 

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Datum: 25.11.2008

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Hafentag auf Lanzarote

Am morgen läßt sich die Tür der Stb. Kabine im Heck nur noch mit Gewalt öffnen und das Geknarre weckt alle an Bord auf. Ich mache mir die Mühe und baue nach dem Frühstück alle Scharniere nacheinander aus, fette sie und baue sie wieder ein. Was machen eigentlich die VIVA-Techniker während der Wartungen?
Hubi bleibt im Hafen.
Georg, Klaus und ich machen mit einem Mietwagen einen Inseltörn.

 

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Datum: 26.11.2008

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Morgens um 07:00 Uhr abgelegt. Ziel Morro Jable (Fuerteventura) als Sprungbrett nach Gran Canaria. Beim Abendessen entscheiden wir erst noch an die Südspitze von GC zu segeln. Wir haben noch zwei Tage Zeit bis zum Abgeben des Schiffes. Wetterbericht sagt für Nachmittag Böen bis 60 km/h voraus.

 

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Datum: 27.11.2008

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Hubi beschießt unmittelbar vor dem Ablegen das es ihm zu gefährlich ist, bei dem Wind. Um Ärger zu vermeiden bleiben wir also noch ein Tag liegen. Dafür geht es aber dann direkt nach Las Palmas zum abgeben. Nachmittags bei Argos angerufen. Mit Herr T. gesprochen. Frau K. war nicht mehr da. Man möge doch bitte für den Rückflug je 20 kg Sportgepäck buchen und uns am Nachmittag des nächsten Tages informieren.

 

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Datum: 28.11.2008

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06:00 Uhr Motor an, Leinen los. Überfahrt nach Gran Canaria. Ankunft 15:45. Wir müssenan der Rezeption warten bis das Büro öffnet. In der Marina kennt niemand die Fa. VIVA-Yachtcharter. Folglich haben die auch keine Liegeplätze. Erst ein Anruf in Mallorca klärt, das am 30. jemand kommt und man VIVA-Charter dann zwei Liegeplätze zur Verfügung stelle. So sieht keine Charterbasis aus, schon gar keine wie im Internet-Auftritt vorgegaukelt. Selbst eine im Aufbau befindliche nicht. Liegeplatz am Steg 16 zugewiesen bekommen. Liegegebühren (in der "Heimatbasis" habe ich noch nie bezahlen müssen) in Höhe von 32,28 € sind die Folge. Tanken.
Natürlich erfolgt kein Anruf von Argos. Erneut gegen 18:00 Uhr in Wiesbaden angerufen und gefragt warum niemand uns informiert. Die Antwort zeugt nun entweder von grenzenloser Dummheit oder Faulheit. "Frau K. habe es mehrmals bei mir zuhause versucht aber nicht erreicht und deshalb auf meinen AB gesprochen". Woher sollte sie auch wissen das ich in Las Palmas bin? Sie hat doch nur unsere Flüge gebucht, hin und zurück. Das weitere überraschte mich dann schon nicht mehr, "Ich solle das vor Ort klären". Habe verärgert und grußlos aufgelegt. Sind die so depp oder ist das Methode?

 

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Datum: 29.11.2008

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Wir verbringen den Tag in Las Palmas. Im nachhinein vertane Zeit

 

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Datum: 30.11.2008

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Wir beschließen eine Inselrundfahrt zu machen. Irgendwann am Nachmittag taucht dann ein "Fernando" auf, er sein von VIVA-Charter und ob er das Schiff abnehmen könne. Natürlich nicht, der Skipper ist irgendwo auf der Insel unterwegs und so wird ein Abnahmetermin für 11:00 Uhr am nächsten Tag vereinbart.

 

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Datum: 01.12.2008

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Wie zu erwarten war, ist er dann auch pünktlich um 12:30 da. Hat sich im wesentlichen mit meinen Informationen begnügt, eine Toilette geprüft und nach einem Telefongespräch 190,00 € für ein verlorenes Sitzkissen, das schon bessere Tage gesehen hatte, verlangt. Der Gipfel der Unverschämtheiten dann seine Erklärung, die Kaution gibt es erst morgen, am 02.12. zurück. weil dann erst der Taucher Zeit habe. Bin ich für die Schlampereien der VIVA-Charter verantwortlich? Das sind nach meiner Ansicht Methoden von zumindest unredlichen Geschäftsleuten. Muß ich betonen, das unser Rückflug für den 01.12. 19:10 Uhr terminiert war und ich somit nur hoffen kann, das meine Kaution nicht mit einer fadenscheinigen Begründung einbehalten wird. Selbstverständlich habe ich, zuhause angekommen, meinen AB abgefragt. Was war wohl darauf zu hören? NICHTS!